Moderne Vergrößerungsgläser

Geschrieben von Bastian am Freitag, 13. Januar 2012

Im Alter verändert sich sehr viel. Auch bei den Augen. Viele ältere Menschen benötigen zum Lesen eine Vergrößerung des Feldes, das sie gerade lesen. Früher war das Monokel für viele Menschen mehr als nur ein Statussymbol. Es war auch die einzige Möglichkeit für sehr viele Menschen überhaupt bestimmte - vor allem kleingeschriebene Dinge - zu lesen. Das Monokel war und ist heute noch eine Sehhilfe ganz besonderer Art. Ich habe von meinem Großvater ein Monokel geerbt. Dieses hatte sich aus dem Lesestein entwickelt. Und hierbei handelte es sich um eine geschliffene Linse aus Quarz oder Beryll. Diese Art von Linse hielt man zunächst vors Auge (im 14. Jahrhundert), wobei im 16. Jahrhundert letztlich die Idee entstand, dass die Linse auch direkt vor den Augenlidmuskel gesetzt werden kann. Der Träger hatte auf diese Weise beide Hände frei. Heute unterscheidet man Monokel mit und ohne Galerie, sprich einem Klemmträgerrand. Sehr schön sieht das Monokel von meinem Großvater aus, wenn ich es an die Kette mache. Dieses Monokel stammt aus der Zeit von Ende des 19. Jahrhunderts. Es stammt vermutlich noch von seinem Großvater, also von meinem Ur-Ur-Großvater. Genau aber weiß ich das nicht.

Bessere Gesellschaft
Damals war das Monokel ein Statussymbol der höheren Gesellschaftsschichten. Und zu dieser gehörte auch meine Familie zur damaligen Zeit. Ich frage mich dabei wo das ganze Geld geblieben ist. Denn das einzige Wertvolle was mein Großvater mir vermacht hat, war dieses Monokel. Vermutlich ging das Vermögen der Familie im Zuge der Wirtschaftskrise in den 1920er und 1930er Jahren verloren. Dieses Monokel hüte ich wie einen Augapfel. Ein normales Vergrößerungsglas habe ich natürlich auch. Diesen verwende ich für den alltäglichen Einsatz.
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